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Schild mit der Aufschrift Welcome Home.
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Wohnen: Tipps und Checklisten


Du suchst eine Wohnung? Hier findest du hilfreiche Informationen zur Wohnungssuche sowie Antworten zu Kosten, Förderungen und Anlauf- und Beratungsstellen und Checklisten.

Wohnungssuche

Kontakte nutzen

Erzähle am besten allen, die du kennst, dass du eine Wohnung suchst. Bitte sie, es weiter zu erzählen und für dich Augen und Ohren offen zu halten.

Wenn du hörst, dass jemand umzieht, auszieht oder wegzieht, erkundige dich nach dieser Wohnung. Vielleicht kannst du dann die Wohnung übernehmen.

Viele Wohnungen werden so direkt weitervermietet. Es wird gar nicht öffentlich ausgeschrieben.

Wohnungsanzeigen in Tageszeitungen

Lies die Wohnungsanzeigen in Tageszeitungen (VN, Neue, Wann & Wo) und in Gemeindeblättern so früh wie möglich durch – denn bei der Wohnungssuche gilt meistens: „Der frühe Vogel holt den Wurm!“ Melde dich gleich beim/bei der WohnungsanbieterIn. Wenn du vertröstet wirst, weil es viele InteressentInnen gibt, frag nach, wie deine Chancen stehen. Gib für Rückrufe eine Telefonnummer an, unter der du gut erreichbar bist.

„Schwarzes Brett“

In Schulen, Supermärkten, Gemeindeämtern und Unis gibt es meist „Schwarze Bretter“ (= Pinnwände mit Anzeigen aller Art). Hänge auch dort einen Zettel mit deinen Wünschen auf. Auf diesem sollten deine Kontaktdaten, Informationen zu deiner Person (StudentIn, Lehrling etc.) und deine Vorstellungen von einer Wohnung stehen. Denk daran, dass ein schöner Zettel mit einem tollen Bild mehr Blicke auf sich zieht als ein „Schmierzettel“ Schreibe deine Telefonnummer oder Mailadresse auf Abreißzettel, damit Interessierte diese mitnehmen können.

Achtung: „Schwarze Schafe“ gibt es auch auf dem Wohnungsmarkt und es können unseriöse Angebote dabei sein. Sei deshalb vorsichtig und nimm zur ersten Wohnungsbesichtung am besten eineN FreundIn oder deine Eltern mit.

Online Wohnungsbörsen

Auch im Internet kannst du Angebote finden oder eine Anzeige aufgeben:

 

Studenten- und Gästehäuser in Vorarlberg:

ImmobilienmaklerIn

Um ohne großen Aufwand und schnellstmöglich deine perfekte Wohnung zu finden, kannst du jemanden bezahlen, der sich für dich darum kümmert. EinE ImmobilienmarklerIn kostet im Normalfall höchstens zwei Bruttomonatsmieten.
Informiere dich bei mehreren MarklerInnen und vergleiche die Preise und die Leistungen, die du bekommen kannst. Hast du eineN MarklerIn gefunden der/die zu dir passt, kannst du den Vermittlungsvertrag unterschreiben.

Unterschreibe nichts, was du nicht genau durchgelesen und verstanden hast!

ImmobilienmaklerInnen-Adressen findest du hier.

Rechtliche Informationen, wie viel einE ImmobilienmaklerIn als Provision verlangen darf, erhälst du bei der Arbeiterkammer Feldkirch, Widnau 2-4, Tel 050258-3000.

Kosten

Bevor du dich auf die Suche nach deinen eigenen vier Wänden machst, solltest du abklären, ob du es dir leisten kannst. Welche Kosten kommen auf dich zu:

Einmalige Kosten:

Kaution

Viele VermieterInnen verlangen eine sogenannte Kaution um sich gegen Schäden, die entstehen können abzusichern. Meist sind es circa drei Monatsmieten, die du bei deinem Vermieter hinterlegen. Wenn nach deinem Auszug keine Schäden in der Wohnung sind, bekommst du die volle Summe wieder zurück.

Tipp:

Wenn du in die Wohnung einziehst, dokumentiere den Zustand der Wohnung durch Fotos oder ein Übergabeprotokoll, das von dir und deinem/deiner VermieterIn unterschrieben wird – so sollte es beim 

Tipp:

Ablöse

Wenn Möbel in der Wohnung sind, wird häufig eine sogenannte Ablöse von dem/der VermieterIn verlangt. Je nachdem wie alt und in welchem Zustand die Möbel sind, kann diese Ablöse höher oder niedriger sein. Wenn du dir nicht sicher bist, kann dir auch hier die Mietervereinigung helfen. 

Tipp: Lass dir eine Bestätigung für die bezahlte Ablöse geben.

Mietvertragsgebühr abgeschafft:

Bis November 2017 durften Vermieter eine Mietvertragsgebühr verlangen, so etwas wie eine Bearbeitungsgebühr für den Mietvertrag. Dies ist jetzt nicht mehr möglich. Schau dir also an, für was der Mieter Geld verlangt.

Provision

Wenn du deine Wohnung durch eineN ImmobilienmaklerIn gefunden hast, verlangt dieseR eine Provision. Genaue Infos zur Höhe der Provision bekommst du beim Konsumentenschutz der Arbeiterkammer.

Umzugskosten

Denk daran, dass du in einen Umzug abgesehen von den Miet- und Einrichtungskosten auch Geld für Kleinigkeiten investieren musst – zum Beispiel für Kartons, Klebeband, Benzingeld, Mietauto, Nachsendeauftrag für deine Post etc.

Umzugsfirmen in Vorarlberg findest die hier

Regelmäßige Kosten:

Miete

Diese wird im Mietvertrag festgelegt.

Betriebskosten

Alle vorgeschriebenen Kosten, um den „Betrieb“ einer Wohnung aufrecht zu erhalten (z. B. Wasser, Müllabfuhr, Beleuchtung …).

Nebenkosten

Kosten für Strom und Gas.

Haushaltsversicherung

Die meisten VermieterInnen verlangen sehr oft eine Haushaltsversicherung von dir, als Teil des Mietvertrages.

 

Weitere Kosten

Das hängt ganz von deinem Lifestyle ab. Am besten schreibst du dir auf, welche Kosten bei dir monatlich anfallen und was du für Kleidung, Freizeit, Internet, Handy, Öffis etc. ausgibst.

Tipp: Der Haushaltsbudgetrechner der Arbeiterkammer dient dir als Orientierung.

Umzug

Beim Umzug in dein neues Zuhause musst du neben den Umzugskosten auch wichtige weitere Punkte vor und nach deinem Umzug beachten.

Tipp: Diese Checklisten helfen dir, den Überblick zu bewahren!

Förderungen

Wohnbeihilfe: Land Vorarlberg

Hierbie handelt es sich um eine monatliche Unterstützung. Welche Voraussetzungen du erfüllen musst um diese Beihilfe zu bekommen erfährst du hier.

Antragsformulare für die Wohnbeihilfe erhältst du beim zuständigen Gemeindeamt deines Wohnsitzes.

Es gibt auch eine Wohnbeihilfe für Studierende. Kontaktiere das zuständige Bundesland, in dem du studierst.

Kontakt: Beantragen kannst du die Wohnbeihilfe beim Wohnsitz­gemeinde­amt oder bei der Abteilung Wohnbauförderung im Amt der Vorarlberger Landesregierung.

Gemeinnützige Wohnungen

Gemeinnützige Wohnungen sind Wohnungen, die in bestimmten Situationen günstig angemietet werden können. In Vorarlberg gibt es drei Bauträger, die vom Land unterstützt werden: die Vogewosi, die Alpenländische Heimstätte oder die Wohnbauselbsthilfe.

Durch die finanzielle Unterstützung vom Land Vorarlberg sind die Mieten viel günstiger als auf dem üblichen Wohnungsmarkt. Den Antrag für eine solche Wohnung musst du beim Stadt- oder Gemeindeamt in deiner Nähe stellen. Dort bekommst du auch genaue Informationen über die Voraussetzungen, die du mitbringen musst, damit du so eine Wohnung bekommst. Es kommt vor allem darauf an, wie viel man verdient und was für einen Bezug man zur Gemeinde hat (im Normalfall Wohnsitzgemeinde oder Gemeinde, in der sich ein Arbeitsplatz befindet). Falls du die vorgegebenen Voraussetzungen erfüllst, wirst du in die Liste der Wohnungssuchenden aufgenommen. Allerdings sind diese Wartelisten in den meisten Städten und Gemeinden sehr lang und man muss Geduld haben.

Kontakt: Stadt- oder Gemeindeamt in deiner Nähe (Wohn- oder Arbeitsort)

Wohnzuschuss für Lehrlinge

Den Wohnzuschuss können Lehrlinge beantragen,

  • die ihre Lehre in Vorarlberg absolvieren und
  • die aufgrund des Lehrverhältnisses auf ein Privatquartier oder einen Heimplatz angewiesen sind, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.
  • Wenn keine Wohnbeihilfe bezogen wird (seit 01.01.2016 auch für Lehrlinge möglich).

Gefördert werden bis zu 50% der Unterkunftskosten, maximal € 2.500,- jährlich.

Kontakt: Infos bei der Arbeiterkammer Vorarlberg

Wohnzuschuss für BerufsschülerInnen

Wenn du BerufsschülerIn bist und ein Internat/Heim besuchst, musst du die Kosten für deine Unterbringung nicht  mehr selbst bezahlen. Dies muss deine Firma übernehmen. Die Firma kann das Geld dann bei der Wirtschaftskammer zurückfordern.

Kontakt: Infos bei der Wirtschaftskammer Vorarlberg

Wohhnkostenbeihilfe für Grundwehr- oder Zivildiener

Wenn du als Grundwehr- oder Zivildiener zum Zeitpunkt der Genehmigung deines Einberufungsbefehles (Grundwehrdiener) bzw. Zuweisungsbescheides (Zivildiener) in einer eigenen Wohnung (Miete oder Eigentum) gegen Entgelt wohnst, kannst du um Wohnkostenbeihilfe ansuchen. Somit ist es dir weiterhin möglich, deine Wohnkosten zu bezahlen.

Kontakt: Genauere Infos zum Antrag und zu den Voraussetzungen erhältst du bei der Zivildienstserviceagentur oder beim Heerespersonalamt.

Heizkostenzuschuss

Für Personen mit niedrigem Einkommen. Die Abwicklung und Ausbezahlung des Zuschusses erfolgt über die Wohnsitzgemeinde.

Kontakt: Stadt- oder Gemeindeamt in deinem Wohnort

Familienbeihilfe

Die Familienbeihilfe wird beim Wohnsitzfinanzamt beantragt. Der Anspruch besteht für alle Kinder, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

Wer hat ab 18 noch Anspruch auf Familienbeihilfe?

Für bereits 18-jährige besteht nur dann Anspruch auf die Familienbeihilfe, wenn sie für einen Beruf (Lehre, Schule, Studium, Fachhochschule etc.) aus- oder fortgebildet werden.

Hast du das 18. Lebensjahr vollendet und gehst keiner Berufsausbildung nach, besteht kein Anspruch auf Familienbeihilfe – auch dann nicht, wenn du beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt bist.

Bezugsdauer

Maximal kannst du die Familienbeihilfe bis zu deinem 25. Geburtstag bekommen. Unter gewissen Voraussetzungen ein Jahr länger: Wenn du deinen Präsenz-, Zivil- oder Ausbildungsdienst oder ein freiwilliges soziales Jahr im Inland gemacht hast oder, wenn du ein Studium mit einer Mindestdauer von 10 Semestern absolviert hast

Beantragung

Beantragt werden kann die Familienbeihilfe, auch wenn du schon volljährig bist, nur von deinen Eltern. Den Anspruch auf die Familienbeihilfe haben im Normalfall nämlich deine Eltern. Nur, wenn du schon in einer eigenen Wohnung wohnst, deine Eltern dich nicht finanziell unterstützen und du aber offiziell noch Anspruch auf Familienbeihilfe hast, kannst du direkt die Beihilfe anfordern.

Wenn deine Eltern einverstanden sind und du bereits volljährig bist, kann die Familienbeihilfe direkt auf dein Konto überwiesen werden, auch wenn du noch zu Hause wohnst. Dafür brauchst du das Formular Beih20.

Bei Fragen zur Familienbeihilfe wende dich an das Infocenter des Finanzamtes: 050-233233

Du bist unter 18 und willst ausziehen…

Wenn du unter 18 bist und ausziehen willst, musst du einiges mehr beachten, weil du noch nicht volljährig und somit noch nicht voll geschäftsfähig bist. Das heißt, du kannst solange frei über dein Geld verfügen, solange du noch genug zum Leben übrighast.

Du kannst also einen Mietvertrag nur dann abschließen, wenn du genug Geld hast, um die Miete zu bezahlen und danach noch genug hast, um dein Leben davon zu bezahlen (Essen, Kleidung, Schulsachen etc.) Außerdem musst du in der Lage sein, Verantwortung für dein Leben zu übernehmen. Also selbst deinen Haushalt ordentlich führen können, pünktlich in die Schule/Arbeit kommen und so weiter.

Achtung: Viele VermieterInnen schließen prinzipiell keine Mietverträge mit unter 18-jährigen ab.

Tipp: Vor Unterzeichnung solltest du den Vertrag genau prüfen lassen (z. B. bei der Arbeiterkammer).

Deine Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sind mit deinem Auszug einverstanden

Weniger kompliziert ist dein Auszug, wenn deine Eltern dich unterstützen und damit einverstanden sind. Auch wenn du ausgezogen bist, sind sie immer noch für deinen Unterhalt verantwortlich. Bisher haben sie den Unterhalt in Form von Wohnen, Kleidung und Essen bezahlt. Auch nach deinem Auszug hast du immer noch das Recht auf einen finanziellen Beitrag. Die Unterhaltspflicht endet nicht mit deiner Volljährigkeit, sondern erst, wenn du deine Ausbildung (Lehre, Schule, Studium…) abgeschlossen hast und für dich selbst sorgen kannst.

Wenn du über 18 Jahre bist und deine Eltern dir keinen Unterhalt zahlen, kannst du den Unterhalt beim Bezirksgericht in deinem Wohnraum einklagen. In Ausnahmefällen kannst du die Familienbeihilfe selbst beim Finanzamt beantragen: Wenn deine Eltern zum Beispiel keinen Unterhalt zahlen oder dich nicht finanziell unterstützen.

Wollen deine Eltern keinen Unterhalt zahlen, obwohl du sie schon auf ihre Pflicht angesprochen hast, dann kann dir, wenn du unter 18 Jahren alt bist, die Kinder- und Jugendhilfe bei der Durchsetzung helfen.

 

Mehr Infos bekommst du bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft. Hier klärt man dich über deine Rechte auf und hilft dir bei Problemen mit deinen Eltern – kostenlos, vertraulich und anonym.

Deine Eltern bzw. Erziehungsberechtigten sind nicht mit deinem Auszug einverstanden

Falls du zu Hause eine sehr schwierige Situation hast und es einen wichtigen Grund gibt von zu Hause auszuziehen, kannst du dies auch gegen den Willen deiner Erziehungsberechtigten tun. Hier geht es um Situationen, in denen deine Entwicklung und deine Gesundheit bedroht sind. Wenn deine Eltern zum Beispiel Gewalt (schlagen, oder auch mobben) anwenden oder wenn du vernachlässigt wirst.

Kein Grund ist es, wenn deine Eltern dir Regeln und Vorschriften geben, die dir nicht passen und du deswegen ständig mit ihnen Zoff hast. Wenn es allerdings ernste Gründe sind, wieso du ausziehen willst, muss das Familiengericht seine Zustimmung zum Auszug geben.

Deine Eltern sind verpflichtet, für dich Unterhalt zu zahlen, wenn du nicht mit ihnen zusammenlebst.

Hol dir in derartigen Situationen Unterstützung bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft und der Bezirkshauptmannschaft, Abteilung Kinder- und Jugendhilfe:

Bludenz, Tel 05552-6136-51514

Bregenz, Tel 05574-4951-52516

Dornbirn, Tel 05572-308-53513

Feldkirch, Tel 05522-3591-54518

Tipp: Die Bezirksgerichte erteilen jeden Dienstag von 8-12 Uhr kostenlose Rechtsauskünfte.

Notunterkünfte

Notschlafstellen sind Zufluchtsorte in Krisen. Du brauchst ganz dringend einen Schlafplatz bzw. eine kurzfristige Unterkunftsmöglichkeit? Dann melde dich hier:

Notschlafstelle der Caritas
Tel 05522-200-1200
notschlafstelle@caritas.at
Mindestalter: ab 18 Jahren

Dowas-Notschlafstelle
Tel 05574-9090234
grundversorgung@dowas.at
Mindestalter: ab 18 Jahren

IfS-Krisenwohnungen

Kurzfristige Wohnmöglichkeit (bis zu einem halben Jahr) in schwierigen Lebenssituationen. IfS-Krisenwohnungen bieten eine WG, in der die BewohnerInnen eigenständig leben. Einziehen können hier Erwachsene mit oder ohne Kinder.

IfS-Krisenwohnungen 
Tel 051755-500
krisenwohnungen@ifs.at
Mindestalter: ab 18 Jahren

Du bist noch minderjährig und brauchst Hilfe in einer Krisensituation bei dir zu Hause?

Dann wende dich entweder an die nächstgelegene Polizeidienststelle und frag nach dem/der MitarbeiterIn des Familienkrisendienstes (am Wochenende und nachts zuständig, ansonsten an die Kinder- und Jugendhilfe der örtlich zuständigen Bezirkshauptmannschaft wenden) oder melde dich bei der Telefonseelsorge unter der Nummer 142!

Beratungsstellen in Vorarlberg

Wenn du Fragen zu deiner rechtlichen Situation hast oder mehr Informationen benötigst, dann wende dich an eine der Beratungsstellen in deiner Nähe.

Checkliste für deine Wohnungssuche

Damit du bei deiner Wohnungssuche nichts vergisst, kannst du dir hier eine Checkliste downloaden (PDF).

 

aktualisiert mo 9/2019  aha.bregenz@aha.or.at